ERLENBRUCH UND RIESELWIESE
Vor gut hundert Jahren waren die Rieselwiesen in der Landwirtschaft typisch, so auch in Lopau. Dazu war der Talbereich mit einem Netz von Gräben und Tonröhren durchzogen und die Lopau selbst mit Stauwehren versehen. Dadurch konnte der Boden im Sommer bewässert und vor allen Dingen im Herbst durch die im Wasser gelösten Nährstoffe gedüngt werden. Im Winter wurden die Flächen stark entwässert, um den Boden zu belüften. So konnten in dem schmalen Tal auch ohne Kunstdünger ausreichende Erträge erzielt werden.
In der Heide war das Grünland knapp, so dass man nur in wenigen Gebieten Kühe halten konnte. Denn Kühe fressen kein Heidekraut, sondern nur Gras. Durch die ausgeklügelte Bewässerungstechnik war es möglich, Milchvieh im Lopautal zu halten und Futter für die Stallfütterung zu gewinnen.
Von den alten Weiden ist außer den Gräben und ein paar alten Zaunpfählen heute nicht mehr viel zu erkennen. Warum? Aufgrund des Grabenreliefs konnten die Wiesen nicht mit Maschinen bearbeitet werden. Im Zuge der Modernisierung der Landwirtschaft (nach dem zweiten Weltkrieg) wurden deswegen die meisten dieser Wiesen wieder aufgegeben und mit Erlen bepflanzt.
Erlen, das sind Spezialisten unter den Bäumen - sie stehen gerne am Wasser und wurzeln im Matsch. Durch die alten Grabensysteme sind aber einige der ehemals sumpfigen Bereiche wieder so trocken geworden, dass andere Bäume die Erlen zu verdrängen beginnen. Wir wollen den Erlenbruch aber erhalten, damit er sich weiter zu einem naturnahen Biotop entwickeln kann. Deswegen haben wir begonnen, die alten Grabensysteme mit Staudämmen zu versehen, um den Wasserablauf zu verhindern. Dies ist zwar eine schweißtreibende Arbeit, aber auch eine herrliche Sauerei.

