Orchideenwiesen und Feuchtbiotope
Wenn man im Lopautal über einen Graben springt, betritt man quasi einen anderen Lebensraum, unter jeder Parzelle ist der Wasserstand anders, Nährstoff- und Lichtverhältnisse verschieden.
Dort wo früher Ackerflächen oder Weiden waren, gibt es heute ausgedehnte Wiesen. Weil heute aber keine Kühe und Pferde mehr hier grasen und der Boden nicht mehr mit dem Pflug, sondern nur noch von emsigen Wildschweinnasen durchwühlt wird, breiten sich langsam wieder Sträucher und Bäume aus. Rehe äsen hier und auch den Fuchs kann man in der Dämmerung beobachten.
Mit dem Vormarsch des Waldes verschwinden aber auch die Pflanzen- und Tiergemeinschaften der Wiesenbiotope. Die Wiesen sind ein wichtiger Lebensraum für eine Vielfalt an Insekten, wie Falter und Libellen und seltene Pflanzen, wie Orchideen. Damit eine Orchideenwiese auch eine bleibt, muss sozusagen der historische Zustand einer Kulturlandschaft wieder hergestellt werden.
Diese Vielfalt erhalten wir, indem wir auf manchen Wiesen für mehr Licht sorgen und die Erlen zurückdrängen, andere Wiesen vernässen wir und oder machen Verarmungspflege: Ein dichter Filz aus altem Pflanzenmaterial durch jahrelangen Reetwuchs wird entfernt, damit andere Arten auf der Feuchtwiese wieder eine Chance haben.

Hier packt jeder mit an. Während die Älteren den dickeren Gehölzen mit Motorsägen, Heppen und Äxten zu Leibe rücken, greifen die Kleineren zum Waldteufel und zur Rosenschere.
Die abgeschnittenen Bäume und Sträucher schichten wir in Form eines Walles am Wegrand auf. Hier finden Mäuse, Käfer und Vögel Nahrung und Zuflucht. Durch herabfallende Samen wird im Laufe der Jahre eine Hecke im Schutz der vermodernden Gehölze heranwachsen. Diese Hecken nennt man Knick.