VOGELSCHUTZ TUT NOT

Trotz der nicht ganz unumstrittenen Vogelfütterung, der vielen Nistkästen und vieler anderer Maßnahmen hat sich die Situation der Vögel in Deutschland verschlechtert. Mehr als jede zweite Vogelart (66 %) steht heute in Deutschland auf der Roten Liste.
So schreibt der NABU als führender Verband für den Vogelschutz: »Im Vergleich zur Vorgängerliste [
] ergibt die aktuelle Einstufung zur Gefährdungssituation der insgesamt 254 heimischen Arten eine deutliche Verschlechterung für die wild lebenden Vögel. Gewachsen ist sowohl die Zahl der stark gefährdeten Arten als auch die Gruppe von Vögeln auf der so genannten Vorwarnliste. Das ist die bittere Quittung für den sorglosen Umgang mit unserer heimischen Natur.« Bei vielen einheimischen Arten beobachten Vogelkundler, dass diese bereits auf die Wetterkapriolen und den sich abzeichnenden Klimawandel reagieren.
Naturschutz und insbesondere Vogelschutz besteht nicht nur aus großen Projekten und öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen der großen Verbände. Überall gibt es Möglichkeiten mit geringem Einsatz wirksame Hilfe den Vögeln in unseren Wäldern, auf Weiden und in unseren Gärten anzubieten. Dazu wollen wir in unseren Horten einen kleinen aber wichtigen Beitrag leisten.
Daher engagieren wir uns in unseren für den Vogelschutz. Bei Wanderungen, auf der Pirsch oder bei der Nistkastenkontrolle lernen wir die verschiedenen Vogelarten und ihre Lebensweisen kennen. Für alle diese Arten zimmern wir im Winter Nistkästen. Künstliche Nisthilfen sind da sinnvoll, wo Höhlenbrütern Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind. Sie können aber auch in Städten hilfreich sein, wo durch die berechtigte Dämmung immer weniger Nischen im Dach oder Gemäuer zu finden sind. Oft können die Kinder dabei einen Nistkasten mit nach Hause nehmen, den zweiten Kasten hängen wir im Revier auf. Zu Hause können sie dann detailliert die Aufzucht beobachten. Damit können wir einen kleinen Beitrag zum Schutz einzelner Vogelarten leisten. Vor allem lernen wir aber auch das Leben der Vögel in der freien Wildbahn zu verstehen und entsprechend zu schützen.
DIE VÖGEL UND WIR
Vögel begegnen uns überall. Bei der Nistkastenkontrolle beobachten wir, wie Meisen, Fliegenschnäpper, Baumläufer und Kleiber ihren Nachwuchs aufziehen. Und im Winter "erwischen" wir bei der Reinigung der Nistkästen manchmal sogar einen Siebenschläfer, der hier zur Winterruhe eingekehrt ist. Beim Gang zum Bach auf der Streife beobachten wir Bachstelze, Schafsstelze und mit etwas Glück auch mal einen Eisvogel und oder eine Wasseramsel.
Morgens in der Kohte werden wir vom Gesang der Amsel oder des Zaunkönigs geweckt. Auf Fahrt sehen wir den Roten Milan am Himmel sein Revier abgleiten oder den Turmfalken über dem Feld rütteln und in den Städten finden wir Schwalben und Mauersegler. Aber wer hätte gedacht, dass sogar der Spatz einmal aus unseren Städten verschwinden würde. Nicht ohne Grund wurde er 2002 zum Vogel des Jahres ernannt.